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«SF bi de Lüt - Familiensache» zeigt drei Familien und drei Welten. Eine Bergbauern-, eine Tierarzt- und eine Artistenfamilie gewähren einen intimen Einblick in ihr Privat- und Berufsleben - drei Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die zweite Staffel «SF bi de Lüt - Familiensache» bietet spannende und berührende Einblicke in das Leben der Familien.
Ich möchte mit diesen Gedanken einen kurzen Rückblick auf eine intensive und erlebnisreiche Zeit halten.
In meinen kühnsten Gedanken wäre ich nie darauf gekommen, dass das Fernsehen mich auswählen könnte. Unser Betrieb ist nicht gross und liegt in Näfels alles andere als an einem attraktiven Ort - mit der Grossbaustelle eines Fachmarktes praktisch vor der Haustüre.

Eigentlich waren wir mit sehr vielen Gedanken zu unserer Zukunft beschäftigt. Doch dann kam das Telefon vom Fernsehen: «Frau Oswald Sie sind dabei!»
Bald konnte ich die anderen sechs Frauen kennenlernen, die am Wettbewerb "Landfrauenküche" teilnahmen: Bäuerinnen, denen die Werte und Produkte, die sie auf ihren Betrieben haben und produzieren, ebenfalls sehr am Herzen liegen. So verschieden wir auch waren und sind, konnte sich doch jede mit jeder unterhalten und fachsimpeln.
Es begann eine intensive Zeit. Als uns meine Redaktorin Simone zum ersten Mal zuhause besuchte, um die ganze Familie kennenzulernen, ging es richtig los. Sie hatte so viele Fragen, wollte so viel von uns und unserem Umfeld wissen, dass wir uns - die ganze Familie - schon selbst wieder neu entdeckten.
In der Drehwoche lernten wir auch Oli, den Kameramann, und Jürg, den Tontechniker, kennen. Beide waren immer sehr bestrebt, unser Leben aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen und uns in optimaler Tonlage zu hören.
Die ganze Drehwoche über und auch sonst hatte ich ein grossartiges Team von Helferinnen und Helfern um mich. Da waren meine Mutter und meine Schwiegermutter, die meinen Haushalt, meine Wäsche und überhaupt alles inklusive Familie in Schuss hielten. Mit dabei auch Erika, die selbst einen Betrieb hat, und jederzeit zu allen Taten bereit war. Da sind Heidi und Sahra, die sich um meine Tiere gekümmert haben. Heidi hat meine Wagonette aus dem Effeff geputzt und meinen Schimmel schon fast weisser als weiss gewaschen. Sahra hat serviert, was das Zeug hielt. Meine Nachbarn Ruth und Martin haben den ganzen Apéro in den Freulergarten transportiert und mit viel Liebe dort aufgestellt. Mein Mann und meine Kinder haben mit grosser Freude mitgemacht. Alle haben sie mitgeholfen, haben mich unterstützt und mitgefiebert. Ich bin auch heute noch immer tief beeindruckt von diesem Zusammenhalt und der gegenseitigen Wertschätzung.
Zum Schluss noch ein Spruch, der in meinen Augen zu all meinem Erlebten passt:
Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Vroni Oswald, Näfels
Blog von Stefan Steiner
Also wirklich, es war ein turbulenter Winter, nicht nur der anhaltend tiefen Temperaturen und den immer wieder zurückkehrenden Schneefälle wegen, nein auch bezüglich der ganzen «SF bi de Lüt» - Geschichte. Das Gefühl während den TV-Aufnahmen sowie die Spannung und Vorfreude bei jeder einzelnen Sendung waren für uns schlicht einzigartig und eine Erfahrung fürs Leben. Wir sind derart glücklich und angetan vom Resultat der Sendung, dass es uns schwer fällt, dafür überhaupt passende Worte zu finden.

Walliser Schwarzhalsziegen
Einfach eine unglaublich tolle Sache von der wir noch in 20 Jahren reden werden, davon sind wir überzeugt. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals offiziell bei allen Beteiligten von «SF bi de Lüt» von ganzem Herzen bedanken, insbesondere natürlich den 4 Mannen (Peter, Stefan, Calanda-Peter und natürlich Mario), die uns während mehr als 20 Drehtagen auf Schritt und Tritt begleitet haben und die wir über das "Berufliche" hinaus als sehr interessante, spontane und einfühlsame Menschen kennenlernen durften. Gratulation und beide Daumen hoch, es war wunderbar mit Euch allen. Merci viu viu mau.
Nun zum letzten Blog. Ich erlaube mir hier und heute nicht mehr detailliert auf die Szenen in der letzten Sendung einzugehen, sondern möchte die bewegten Bilder einmal für sich sprechen lassen. Soviel sei jedoch vorweg genommen, es wird bestimmt ein würdiger Abschluss mit tollen Impressionen auch vom Eröffnungstag. Leuchtende Kinderaugen und zufriedene Besucher gehören ebenso dazu wie vor Glück strahlende und wild umherrennende Wollschwein-Ferkel, die ihr neues Zuhause mit Freude begrüssen. Selbstverständlich werden Sie auch die tierischen Hauptakteure der letzten 5 Sendungen nochmals zu Gesicht bekommen. Familie Katta, die beiden Humboldt-Pinguine (während der Fütterung), die kleinen Zwergotter und natürlich unser aller "Liebling", Baja. Auch "Mutti" Steiner kommt für eine Kurzvisite aus Südfrankreich angereist ... und "gearbeitet" wird auch noch ein wenig.
Wir wünschen allen Zuschauern viel Spass bei unserem letzten "Auftritt" bei «SF bi de Lüt - Familiensache» und bedanken uns herzlich für das Interesse.
Die ganze Familie Steiner und das Seeteufel-Team freuen sich indes schon jetzt über jeden einzelnen Besuch und danken allen bisherigen Gästen sowie ganz besonders unseren Stammkunden für die jeweilige Unterstützung, die Treue und das Vertrauen, welches sie in den letzten Jahren uns gegenüber entgegen gebracht haben. Wir sind nun mal ein Privatbetrieb, der einzig und allein von unseren Besuchern lebt und nur durch deren Berücksichtigung und Unterstützung haben wir überhaupt die Möglichkeit, unseren Tieren durch An- oder Umbauten noch schönere und noch grosszügigere Lebensräume zu bieten; und den wichtigsten Menschen dieser Welt, den Kindern, immer wieder neue und attraktive Spiel-, Lern- und Vergnügungsmöglichkeiten zu präsentieren.
In diesem Sinne, alles Gute, nochmals herzlichen Dank und auf Wiedersehen ....
Wie immer stehen wir Ihnen für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Herzlichst, Ihre Familie Steiner
Unsere Mutter hat uns mitgeteilt, dass wir an der Musikantenstadl-Tournee in Basel auftreten dürfen. Damit wir überhaupt im Stadl teilnehmen können, musste zuerst ein Lied auf CD aufgenommen werden. Dazu sind wir am Sonntagmorgen nach Dübendorf zu Alex Eugster ins Tonstudio gefahren. Das Kamerateam hat uns dabei begleitet.

Christian, Judith und Sandra Fischbacher
Für die Aufnahme wurden wir in verschiedene Räume aufgeteilt. Durch ein Fenster hatte jedoch jeder von uns den Blickkontakt zum Andern. Als nächstes setzte Alex Eugster jedem einen Kopfhörer auf. Nun konnte es losgehen. Das Lied wurde Schritt für Schritt aufgenommen. Am Schluss kam der Gesang sowie das urchige "Bödele" dazu. Es war eine recht aufwändige aber auch interessante Erfahrung.
Man muss sich vorstellen; unsere Familienkapelle ist wie ein Verein. Es kann nur funktionieren, wenn sich alle Mitglieder dem Alter entsprechend gleichermassen engagieren. Es ist jedem von uns Kindern freigestellt, ob es in unserer Kapelle dabei sein will oder nicht. An erster Stelle soll es doch Freude machen! Wenn es die Zeit erlaubt, besuchen wir auch gerne volkstümliche Anlässe und schwingen dabei das Tanzbein.
Mit lieben Grüssen,
Christian, Judith, Sandra
Die Wetterlage hat sich zum Glück ein wenig beruhigt, und wir sind zuversichtlicher als auch schon, was den Eröffnungstag am 28. Februar betrifft. Auch die Handwerker kommen gut vorwärts, allen voran unser langjähriger Gartenbauer Peter Rennert mit seinen Mannen. Peter Rennert hat schon vor mehr als 40 Jahren für meinen Grossvater im Seeteufel «gewirkt», und wir sind stolz, dass wir auch in zweiter und dritter Generation noch mit ihm «chöi gschäfte». Die Pingus freuen sich demnach auf die neuen Rückzugsmöglichkeiten, die vorderhand auch als Nistplätze dienen sollen. Der Nachbau einer natürlichen Felsformation und von entsprechenden Höhlen (in der Natur sind es Spalten) gelingt Peter und seinem Team wunderbar. Die Pinguine haben die Felshöhlen schon kurz nach der Fertigstellung genutzt und ihre Freude mit einem lauten Trompeten in den Studener Himmel posaunt - soooo laut, dass es wohl auch Giovanni am Bahnhof gehört haben muss.
Giovanni ist unser langjähriger Obertierpfleger und ein echter «Calabrese». Bruno holt ihn nach seinen langen Winterferien am Bahnhof ab (Giovanni verbringt den Grossteil des Winters in seiner Heimat, obwohl es dieses Jahr anscheinend auch im Süden Italiens nicht wesentlich wärmer war als bei uns...). Auf jeden Fall sind alle froh, dass Giovanni wieder unter uns weilt, auch wenn er manchmal kein einfacher Charakter ist, aber im Putzen und Sauberhalten macht ihm keiner unserer Mitarbeiter etwas vor. Dies ist in einem Dienstleistungsbetrieb unserer Grössenordnung natürlich von grosser Wichtigkeit, eine unserer Visitenkarten sozusagen. Wie sagt man so schön: Ordnung führt zu allen Tugenden.
Ich meinerseits kümmere mich gerade um die hungrigen Kaimane. Ich habe die Sendung ja noch nicht gesehen, stelle mir aber vor, dass die zu fütternde «Meite» im Fernsehen etwas kleiner und ungefährlicher herüberkommt, als sie wirklich ist, zumal ich normalerweise ja von ausserhalb der Scheibe füttere. Nun denn, es hat ja wunderbar geklappt, und unser gemeinsames Füttern direkt von der Rampe entpuppte sich als gar nicht so gewöhnungsbedürftig. Für mich ist einfach faszinierend, wie sich zum Beispiel Krokodile über Jahrmillionen der Evolution anatomisch fast gar nicht verändert haben und trotz minimal ausgestattetem Gehirn auch noch in der Lage sind, menschliche Stimmmuster zu unterscheiden. Einzigartig im Tierreich und unglaublich beeindruckend, diese Panzerechsen! Auch Giovanni ist beeindruckt von den Umbauarbeiten und den neuen Projekten im Seeteufel, als ihn Bruno nach seiner Ankunft mit auf einen Parkrundgang nimmt.
In der nächsten Szene geht es mit «padre mio» ins Wallis. Bestückt mit unserem Opel Combo inklusive Anhänger nehmen wir die Reise nach Mund in Angriff. Wunderschöne Walliser Schwarzhalsziegen warten dort auf uns, und das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite. Eigentlich wäre der Ausflug ins Raclette-Land schon früher geplant gewesen, die anhaltenden Schneefälle und die damit verbundenen relativ prekären Strassenverhältnisse zwangen uns aber, die Reise zu verschieben. So fuhren wir also Richtung Genfersee, über Martigny, Sion, Visp bis nach Brig und dann «ds Loch uf». Wunderschön gelegen und mit einem schon fast unwirklich erscheinenden Panorama gesegnet (Sicht aufs Matterhorn), erreichten wir schliesslich den Zielort Mund. Die überaus sympathische Frau Pfammatter (Verkäuferin der Ziegen) wartete bereits am Ortseingang auf uns. Stolz führen sie und ihr Mann uns anschliessend zu den seltenen Geissen in ihrem gepflegten Stall. Bruno und ich waren sofort begeistert von den charismatischen Hornträgern in Schwarz-Weiss. Diese werden sich bestimmt gut machen auf unserer Insel im Seeteufel. Nach dem problemlosen Verladen der Ziegen wollten wir dann die Heimreise so rasch wie möglich wieder antreten, um unsere neuen Wiederkäuer nicht noch zusätzlichem Stress auszusetzen. Im heimischen Studen angelangt warteten bereits alle Tierpfleger gespannt auf die Neuankömmlinge. Sanft und ohne Zwang werden Geissen-Männlein und -Weiblein in ihre neue Heimat entlassen.
Der Eröffnungstag kommt mit Siebenmeilenstiefeln näher. Bruno und ich gehen gemeinsam nochmals durch den Park und halten wichtige Punkte fest, die bis zur Eröffnung unbedingt noch erledigt werden müssen. André Studer (Dédé) nimmt sich unterdessen der Reinigung der Otter-Anlage an. Wie bei den Pinguinen ist dies eine Riesengehege mit einem weit über 100‘000 Liter fassenden Wasserbecken. Dieses mit dem Hochdruck zu reinigen nimmt drei bis vier Stunden in Anspruch, das Auffüllen danach weitere fast 20 Stunden. Die Arbeit wird im Sommer in Intervallen von drei, vier Wochen vorgenommen. Bei den Pinguinen ist es sogar alle sieben bis zehn Tage nötig. Wo gearbeitet wird, passieren Fehler, das ist normal und völlig menschlich. Trotzdem braucht es von Zeit zu Zeit bei uns auch Mitarbeitersitzungen, vor allem nach dem winterlichen Betrieb kurz vor Saisoneröffnung (gewisse Murmelis brauchen halt manchmal auch etwas länger, um aus dem Winterschlaf zu finden), um in Erinnerung zu rufen, was die Stunde geschlagen hat - ein Weckruf für alle, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz «gerafft» haben. Man lernt hier Bruno auch mal von einer anderen Seite kennen, die aber ohne Zweifel zu diesem Zeitpunkt völlig legitim ist. Nach diesen etwas «eindeutigeren» Worten und zum «e chli abefahre» begibt sich «unser aller Boss» auf einen «Calm-Down-Ride» mit seiner Harley V-Rod.
Er ist also schon ein wenig «crazy», mein «Daddy», zumindest was den Umgang mit Motorfahrzeugen angeht. J Ob dies ein Kart auf der Rennstrecke ist, das Schneepflug-Muli oder eben ein exklusiver «Chopper». Auf Rädern verwandelt sich Bruno zu einem anderen Menschen und erholt sich nirgends so schnell wie auf einem fahrbaren Untersatz - ein klassischer Fall von Benzin im Blut. Als dann noch sein Kumpel Jürg Schmid zu Besuch kommt, um den leicht beschädigten Sattel (den Jürg eigens mit der Haut eines Tigerpythons, der im Seeteufel nach langen 20 Lebensjahren verstarb, veredelt hat) unter die Lupe zu nehmen, philosophieren die beiden noch ein wenig über die Harley und Bruno über das Töff-Fahren als solches.
Habt ihr eine Frage zum Inhalt dieser Sendung? Na dann los...
Herzliche Grüsse
Familie Steiner
Es ist zum Haare-Ausreissen, dieser Winter! Schnee, Schnee und nochmals Schnee, so weit das Auge reicht. Die Einzige, die daran richtig Freude hat, ist unsere Shih-Tzu-Hündin Baja. Es gibt für sie ausser Äffchen-Schauen wohl nicht viel Schöneres, als im Schnee zu spielen, herumzutoben und danach selbst auszusehen wie ein halber Schneeball. Unser Wiederankömmling Edi hat die Ferien beendet und geht eigentlich fast jeden Morgen mit Baja für mindestens 20 Minuten durch den Park. Wir unsererseits müssen uns nicht nur langsam, aber sicher überlegen, wie wir unsere Ziele zur Saisoneröffnung überhaupt noch erreichen wollen, sondern uns auch über die Finanzen bezüglich der Anschaffung einer neuen Pinguin-Gruppe Gedanken machen.

Währenddessen beschäftigen sich Edi und Dédé mit dem Besprayen der Dreiräder, die spätestens auf die Frühlingschulferien hin in unseren drei Parkfarben Blau, Rot und Gelb erstrahlen werden. Seit der grossen Umstrukturierung im Winter 2004/05 haben wir immer wieder mit jungen motivierten Sprayern zusammengearbeitet. Auch dieses Jahr, beim Umbau der Weissbüschelanlage, wurde ein Graffiti-Künstler herbeigezogen. Wir geben den jungen Sprayern somit die Möglichkeit, ihr Talent auf legale Art und Weise zu entfalten, ohne dass sie bei Nacht-und-Nebel-Aktionen Kopf und Kragen riskieren müssen.
Wenn uns schon im Aussenbereich die Hände ziemlich gebunden sind, so kommen wir zumindest im Innern ordentlich voran. Die Weissbüschelanlage muss nun noch artgerecht dekoriert werden, damit die kleinen «Artisten» sich auch wirklich wohlfühlen und ihr neues Revier optimal nutzen können. Bruno zeigt Felipe also, worauf es bei dieser Dekoration ankommt. Es ist ja nicht nur das Tier, das berücksichtigt werden sollte, sondern auch die Besucher auf der anderen Seite der Scheibe. Das Auge isst ja bekanntlich mit. Nicht nur die Krallenaffen sind in Zügellaune, auch Stift Felipe bekommt eine neue Unterkunft. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, da die grosse, ziemlich schwere Scheibe bei den Weissbüscheläffchen montiert wird - ein Unterfangen, das von allen höchste Konzentration fordert, denn Scheiben in dieser Grössenordnung sind sehr «fragil», und das kleinste Anstossen irgendwo könnte Risse und Beschädigungen verursachen oder gar die ganze Scheibe zerstören. Vorsicht ist besonders hier die «Mutter der Porzellankiste». Nach dem Einsetzen der Scheibe und dem Entfernen der Trennscheibe wird den putzigen Publikumslieblingen ihr neues Reich zugänglich gemacht. Auch hier bedarf es einer natürlichen Eingewöhnungsphase, bis wirklich jeder Winkel observiert und geheuer ist. Felipe ist unterdessen immer noch am Zügeln.
Auch Baja setzt sich wieder einmal in Szene. Wo könnte dies besser gelingen als bei den Weissbüscheln, ihren persönlichen Lieblingen. Traditionell einmal pro Jahr verwöhnt uns Edi mit seinen Kochkünsten. Man traut es dem Kerl gar nicht so richtig zu, aber Edi zaubert jeweils ein Ragout hin, das seinesgleichen sucht. Worauf er sehr stolz ist, ist die dominikanisch angehauchte Würzmischung, die er verwendet. Die geheime Rezeptur gibt Edi selbstverständlich nicht preis, sie wird wahrscheinlich besser behütet als der Heilige Gral. Bruno schneidet unterdessen Edis Ferienfotos zusammen und kommt natürlich nicht darum herum, dessen kulinarisches Zaubergericht zu kosten - mmmmmmh. Beim gemeinsamen Nachtessen in der Bar werden dann Edis Fotos von Gran Canaria herumgereicht, und wir geniessen das überaus feine Znacht bei einem Schluck Rotwein, bei bester Laune und vielen kurzweiligen Gesprächen...
Fragen im Zusammenhang mit Sendung beantworten wir Euch sehr gerne.
Die Steiners
Ich hatte eine fernsehfreie Woche, da das Filmteam mit meinen Töchtern in Engelberg unterwegs war. Gianna besucht dort das Gymnasium, die Zwillinge machen die Hotelhandelsschule an der Schweizerischen Sportmittelschule. Unter der Woche leben meine Töchter in Engelberg im Internat. So können sie Ausbildung und Sport gut unter einen Hut bringen. Im Winter sind sie unter der Woche an Skirennen unterwegs, in der Schweiz oder im nahen Ausland. Dann erledigen sie die Schulaufgaben auch schon mal per Computer und E-Mail. Wer in den Bergen aufwächst, muss oft sehr jung von zu Hause fort um eine weiterführende Schule zu besuchen oder eine geeignete Lehrstelle zu finden.

Bild: Monika Hählen präpariert die Rennpiste
Das ist nicht nur bei meinen Töchtern so. Am Wochenende kommen die Jungen jeweils zurück an die Lenk. Bis vor einem Jahr schleppten meine Töchter Wochenende für Wochenende manchmal bis zu 6 Paar Skis per Zug von Engelberg an die Lenk und wieder zurück. Seit Gianna Autofahren kann, leihe ich ihr manchmal das Auto. Dann ist sie die Chauffeuse der Zwillinge und das schätzen diese sehr.
Beste Grüsse von Monika Hählen.
Ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat
Blog von Anita Fischbacher
Eine Grossfamilie mit zehn Kindern ist in unserer Zeit wahrlich etwas Spezielles, etwas selten Gewordenes. Leider - muss ich sagen. Was sind das doch für besondere Werte, die man mit auf den Lebensweg bekommt, wenn man in einer Grossfamilie aufwächst! Sie können sonst nirgendwo erlernt oder gekauft werden.
Schon als Kind lernt man, miteinander zu teilen und sich nach einem Streit wieder aufrichtig zu versöhnen. Man lernt, aufeinander Rücksicht zu nehmen und den Eltern (mehr oder weniger) zu gehorchen. Ab und zu hat man auch kleinere Arbeiten im Haushalt oder Garten zu verrichten, und dann wird dies korrekt erledigt - ohne «zu hudeln». Der haushälterische Umgang mit Geld ist ebenfalls etwas, das in einer Grossfamilie gut erlernt werden kann.

Anita Fischbacher
Es würden mir noch viele weitere Beispiele in den Sinn kommen, aber es scheint mir wichtig, auch jene Werte zu erwähnen, die nicht «auf den ersten Blick» erkennbar sind. Während unsere Eltern uns ein gutes Vorbild sein wollen, schenken sie uns gleichzeitig mit einem wunderschönen Heim und ihren vertrauten Umgangsformen die heute in anderen Familien oft zu kurz kommende Geborgenheit und fördern den Zusammenhalt der Familie. Sie zeigen uns, dass man auch mit wenig Luxus zufrieden sein kann, und versuchen, uns ein Gefühl von Heimat zu vermitteln.
Ein Gefühl von Heimat verleiht mir vor allem auch das Musizieren mit unserer Familienkapelle. Die Schweizer Volksmusik gehört zum helvetischen Brauchtum und ist für mich als stolze Eidgenossin eine wichtige Verbindung zur Schweiz und zu deren Kultur. Egal ob als Musiker oder Besucher, an volkstümlichen Anlässen kann man die Schweizer Bevölkerung antreffen wie sie früher war: fröhlich, unbeschwert und humorvoll. Leider geraten diese wichtigen Charakterzüge immer mehr in den Hintergrund.
Deshalb erscheint es mir besonders wichtig, die Schweizer Volksmusik weiter zu pflegen und zu fördern. Sie gehört zu unserer Schweiz wie die Berge und die Schokolade auch. Auch auf politischer Ebene sollte unsere Volkskultur genügend berücksichtigt und gefördert werden. Schliesslich ist es das, was uns Schweizern zusätzlich ein Gefühl von Heimat verleiht.
Oftmals sollte man vielleicht auch dort, in der Schweizer Politik, einmal zurückdenken wie früher, vor einigen hundert Jahren in der Schweiz politisiert wurde. Viel zu oft vergisst man die Wurzeln. Wer denkt zum Beispiel beim heutigen Fusionstrend oder der Europapolitik schon an den heiligen Bruder Klaus, an seine Aussagen wie «Steckt eure Grenzen nicht zu weit und mischt euch nicht in fremde Händel». Wohl nur wenige, denn viele wissen nicht, dass sie mit dem heutigen Trend der Politik die Werte wie Geborgenheit und Heimat verlieren - Werte, die bereits ein Kleinkind in einer intakten Grossfamilie spüren kann.
Goldingen, 8. März 2009
Anita Fischbacher
Blog von Stefan Steiner
Mittlerweile haben wir uns perfekt an die Anwesenheit vom Filmteam gewöhnt und die drei grossartigen Burschen bereits fest ins Herz geschlossen. Es lief auch wirklich alles rund und unsere Beziehung vertiefte sich beinahe stündlich. Just in diesem Moment, als wir dachten, es würde alles perfekt laufen, mussten wir die Nachricht vom Tod eines unserer Krallenotters verkraften. Die Stimmung sank binnen Sekunden in den Keller. Ein derartiger Verlust ist immer schwierig und nie leicht zu verdauen, obwohl man mit über 300 Tieren unausweichlich von Zeit zu Zeit mit dem Thema Tod konfrontiert wird. Es gibt natürlich auch Tiere, deren Verlust etwas mehr schmerzt als andere. Zwergotter gehören ganz sicher zur erstgenannten Gruppe. Sie sind halt eben doch ganz putzige und aufgestellte Zeitgenossen, frech und trotzdem von reinem Charakter. Ganz schlimm für mich war zum Beispiel der Tod von «Oski», meinem Lieblingspinguin, im Spätsommer 2008. Er war über zwei Jahre lang der Star der Pinguin-Show und begeisterte dort Gross und Klein gleichermassen. Oski war ein einzigartiges Wesen, gehorchte wie ein folgsamer Hund, und wir machten Dinge zusammen, die man von einem scheuen Wasservogel nie und nimmer hätte erwarten dürfen. Abends, nach Schliessung des Tierparks, bin ich mit ihm des Öftern durch den Seeteufel spaziert. Oski liebte diese gemeinsamen Spaziergänge ausserhalb seines «Territoriums», und immer war er an meiner unmittelbaren Seite, nie mehr als zwei Meter weit weg , watschelte tolpatschig umher und trompetete stolz und aufgeregt, wenn er ein anderes Tier begrüsste. Ich denke heute noch viel an diese tollen Zeiten mit Oski zurück - er hinterliess nicht nur bei mir eine grosse Lücke.

Wechseln wir doch zu einem erfreulicheren Thema. Ich glaube, unser Edi tritt hier erstmals in Erscheinung. Die "Task-Force" per se im Seeteufel. Edi ist ein einfacher, unkomplizierter und auch sehr sensibler Zeitgenosse, der sich in den letzten paar Jahren wirklich fast zum Familienmitglied gemausert hat. Obwohl man Edi von Zeit zu Zeit wieder einen Tritt in den Allerwertesten geben muss, ist er trotzdem nicht mehr vom Seeteufel wegzudenken. Eine solch treue Seele, die auch an arbeitsfreien Tagen immer wieder Zeit findet, uns unter die Arme zu greifen, findet man nun wirklich nicht an jeder Ecke. Im Beitrag verreist unser Allrounder seit mehr als 16 Jahren wieder einmal in die Ferien.
Lehrling Felipe begutachtet inzwischen sein «neues» Zimmer und freut sich schon auf seinen Zügeltermin. Mein Vater Bruno ist diesbezüglich sehr grosszügig, und es ist ihm wichtig, dass unser Stift ein angemessenes Refugium für sich in Anspruch nehmen kann. Am Abend startet in Nemos Erlebnisbar zur Feier des Tages eine Runde Dart (Wurfpfeile) mit einem grossen Teil der Seeteufel-Crew. Man kann diesen «Spiel-Sport» durchaus als Edis liebste Abendbeschäftigung in unserer Bar ansehen. Zwei bis drei Mal die Woche steht Edi vor dem Dart-Kasten und spielt mit seinen Kumpels um die Wette, meistens natürlich um eine «Stange». Ich meinerseits bin in der letzten Zeit eigentlich sehr wenig zum Dartspielen gekommen, obwohl ich es auch sehr gerne praktiziere. Von Zeit zu Zeit organisiere ich ein Dart-Turnier innerhalb der Seeteufel-Crew. An speziellen Anlässen wie zum Beispiel nach einem Geschäftsausflug oder bei einer internen Geburtstags- oder sonstigen Feier stossen solche «Turnierchen» immer wieder auf grosses Interesse.
In Nemos Erlebnisbar werden jeweils von September bis April Konzerte in den verschiedensten Musikrichtungen gegeben. Von Country über Rock'n'Roll bis hin zu Mundartkonzerten. An diesem Tag bereiten wir das Konzert von Andy Martin & His Country Band vor. Brunos Harley steht noch auf der Bühne und muss «weggeräumt» werden. Es war einer dieser speziellen Tage, den Tag hindurch holzen wie wild (meine Kollegen helfen gerne mit, am Abend werden sie dann zu Speis und Trank und heute sogar zum Konzert eingeladen), und am Abend dann unsere Konzertbesucher verwöhnen. Das sind die speziell langen Arbeitstage, die schon mal 18 Stunden oder mehr erreichen können. Meistens sind die Konzerte ja samstags, und am Tag darauf haben wir auch im Winter die Tore des Seeteufels geöffnet. Es gibt also meistens ein sehr strenges Weekend, wenn ein Konzert steigt. Reno Schmid, ein genialer Lampenbauer (im Metall-Look) bringt an diesem Tag auch noch die neue Nemo-Lampe vorbei. Bruno ist schon ganz gespannt, wie sie aussieht, und überlegt, wo sie wohl am besten in Erscheinung treten würde. Nachdem alles erledigt wurde, wir und die Bar «ready» sind, um unsere Gäste und die Band zu empfangen, gehen wir uns alle kurz frischmachen - und dann kann die Show beginnen.
Fragen im Zusammenhang mit der dritten Sendung beantworten wir Euch sehr gerne. Die Steiners
Gefährliche Putzaktion im Krokodilbecken
Die Idee, den Filter im grossen Vivarium selbst zu reinigen, ohne die Kaimane vorher zu entfernen, löste vor allem bei unseren Ehefrauen eine gewisse Sprachlosigkeit und eine kleine Ansammlung von Schweissperlen auf der Stirn aus. Wer ist schon so verrückt, mit fast zwei Meter langen Brillenkaimanen zu schwimmen und dies erst noch, ohne dazu gezwungen zu werden? Die Antwort liegt auf der Hand: «Dr Brünu machts, mi Vater». Seit Jahrzehnten hatte er ja im «Seeteufel» noch weit grössere Sunda-Gaviale betreut und diese damals sogar von Hand gefüttert. Beim Putzen der Anlage stieg er dann und wann sogar auf den Rücken seines Lieblings-Gavials (Oscar) und liess sich von der vier Meter langen Panzerechse mehrere Meter weit tragen. An Erfahrung mit Krokodilen mangelt es ihm somit sicher nicht. So sind wirklich coole und nicht alltägliche Filmaufnahmen entstanden und der Filter funktioniert zudem auch wieder einwandfrei.
Der Bau von Brutkästen (Rückzugshöhlen) für unsere Humboldt-Pinguine war ein grosses Anliegen von Bruno und mir, da es für eine erfolgreiche Nachzucht von Pinguinen von essenzieller Bedeutung ist, dass sich die quirligen Wasservögel bei Bedarf ungestört zurückziehen können. In ihrer Heimat vor der Küste Perus und Nordchiles werden dazu Felsspalten genutzt oder auch selbst Höhlen erstellt, die in den Guano (Kot ihrer Vorfahren) gegraben werden. Die «neuen» Pinguine, falls es dann wirklich auch termingerecht mit der Integration klappen sollte, werden sich bestimmt auf die «Häuschen» freuen. Platz zum Schwimmen und Herumtollen ist ja genügend vorhanden, können doch unsere Pinguine an einem Stück 36 Meter schwimmen, bevor sie in halsbrecherischer Manier blitzschnell wenden. Der Umbau der ehemaligen Kragenbären-Anlage in ein Pinguinparadies war das einzig Richtige, wenn man heute sieht, wie frei sich die Pinguine bewegen und austoben können. Das Wasservolumen von über 150‘000 Litern und eine mittlere Wassertiefe von 140 Zentimetern ist für Kleinpinguine einzigartig in der Schweiz. Daran hatte auch der Schweizer Tierschutz seine Freude und betitelte 2007 die Anlage als die fortschrittlichste und artgerechteste Pinguin-Anlage der Schweiz.
Unser «Stift» Felipe ist aktiv am Putzen und Einfüttern, diesmal bei den afrikanischen Zwergziegen. Diese gehören wie die Autos und Velölis, wie das Zügli und das Karussell zu den am längsten im Seeteufel gezeigten Attraktionen. Bei Kleinkindern sind sie eh die wahren «Seeteufel-Könige». Es gibt nichts Schöneres für die Pampers-Fraktion, als von Mami/Papi gereichtes Popcorn mit eigenen Händen an die bettelnden «Geisslis» zu verfüttern.
Auch Shih-Tzu-Hündin Baja, absolutes Ein und Alles von Karin, tritt hier wohl erstmals in Erscheinung. Baja hat in unserem Park ein kleines Paradies auf Erden. So viele Tiere, mit welchen sie spielen oder welche sie zumindest den lieben langen Tag beobachten kann, sind wahrlich nicht «ohne». Dies geht natürlich nur in der Winterpause, da Hunde bei uns aus hygienischen Gründen (viele Kinderspielplätze), aber auch Gründen der Tierhaltung (Zebras und Luchse zum Beispiel reagieren sehr intensiv auf alle Vierbeiner). Dazu kommt, dass bei uns von Frühling bis Herbst auch viele freilaufende Tiere zu beobachten sind. Hühner etwa oder Pfaue, dann und wann auch Zwergziegen, die sich aus der Streichelwiese geschlichen haben und noch direkteren Kontakt zu den Besuchern suchen, aus betteltechnischen Gründen wohlverstanden. Hier sehen wir also Baja bei den Weissbüschelaffen, eine aus Brasilien stammende Kleinaffenart, die zur Familie der Krallenaffen gehört. Ihnen könnte Baja stunden-, wenn nicht tagelang zuschauen, ohne müde oder hungrig zu werden. Sie ist eine Art «Princess of Seeteufel», wirklich der Liebling von allen, trotz ihres eher «kecken» Charakters.
Nun zu den Kattas, den wohl bekanntesten Lemuren, die es gibt (zumindest seit dem Film «Madagaskar»). Kattas sind sogenannte Halbaffen und endemisch in Madagaskar (Insel vor dem südöstlichen Afrika) beheimatet. Ihr extravagantes Aussehen, langer Schwanz mit schwarz-weisser Färbung sowie die gelborangen Kulleraugen lassen sie überall zu Publikumsmagneten werden. Bei der täglichen Showfütterung um 15.00 Uhr werden unseren Besuchern wissenswerte Informationen über die Kattas via Mik / Lautsprecher direkt und live vermittelt. Kattas sehen sehr putzig aus, haben aber sehr scharfe und auch nicht gerade kleine Zähne, die tiefe Wunden hinterlassen können. Vorsicht ist demnach auch hier geboten, doch wenn man gewisse Regeln beachtet (zum Beispiel Bananenstücke nicht vorenthalten), ist das Risiko, gebissen zu werden, sehr gering. Ich hatte glücklicherweise bisher noch nie das zweifelhafte Vergnügen. Andere können da eher ein Liedchen davon singen.
Zu guter Letzt noch der Apéro in unserem gemütlichen Haus mitten im Tierpark. Bei Schinkengipfelis, aufgerollten Tapas und einem Glas «Schaumwein» stossen wir als Familie gerne zusammen an. Dies ist nicht etwa inszeniert, sondern findet sicher ein- bis zweimal im Monat so oder ähnlich statt. Als Familie sind wir der Meinung, dass man nicht nur bei der Arbeit zusammen auskommen sollte, sondern sich ab und zu auch zu einem privaten Schwatz trifft und auf Erfolge anstösst, oder auch weniger «Gfröits» bespricht. So sind wir halt ...
Fragen im Zusammenhang mit der zweiten Sendung beantworten wir Euch sehr gerne.
Herzliche Grüsse
Die Seeteufler
Die neue Staffel im Januar 2010
Eine neue Staffel mit Nik Hartmann




kulturplatz-Blog mit Christoph Marti, auch bekannt als Ursli Pfister
